Satelliten bewegen sich im Weltraum auf genau vorgegebenen Bahnen und
sind in definierter Lage zur Erde hin ausgerichtet. Zur Bestimmung der
Bahn- und Lageparameter sind Satelliten mit geeigneten Sensoren
ausgerüstet, mit denen beispielsweise aus der gemessenen Position der
Sonne oder Sterne die Satellitenposition in der Umlaufbahn um die Erde
bestimmt werden kann. Solche optischen Sensoren müssen vor ihrem
Weltraumeinsatz einer Kalibrierung und Verifikation unterzogen werden.
Für diesen Zweck wurde als Winkelreferenz von der Firma Kugler ein
2-Achs-Gerätemanipulator entwickelt, der in beiden Achsen und im
Schwenkbereich eine extrem genaue Auflösung hinsichtlich der
Verstellwinkel ermöglicht.
Eines der besonders hervorzuhebenden Merkmale des Gerätemanipulators ist
der Einsatz von Luftlagern statt Kugellagern. Die Luftlager erlauben
eine nahezu kraft- und absolut reibungsfreie und damit auch
abnutzungsresistente Positionierung der Stell- und Drehachsen mit einer
wiederholbaren Ablaufgenauigkeit im Bereich von Bruchteilen eines
Tausendstel Millimeters (Nanometer-Bereich). Dies ist möglich, da keine
zusätzlichen bewegten Teile wie Lagerrollen oder -kugeln die Genauigkeit
der diamantbearbeiteten Führungsflächen beeinträchtigen können. Dieses
spezielle Know-how hinsichtlich der Auslegung und höchst präzisen
Fertigung von Luftlagern macht Kugler zum idealen Partner in einem
Projekt, bei dem es um ein System zur analogen Langzeitarchivierung
digitaler Daten geht. Der Kontakt zu Kugler wurde über die
Technologietransferinitiative bereits Anfang 1998 vermittelt als sich
das Projekt noch im Ideenstadium befand und sich das Konsortium zur
Umsetzung der Idee erst formieren musste.
Die Idee und ihre Umsetzung in ein High-End-Lasersystem mit
Luftlager
Die US Volkszählung (Census) wird seit dem Jahr 2000 nur noch auf Film
endarchiviert. Daten, die benötigt werden, werden von dort mittels
Scanner wieder ins digitale Netz geschickt. Die sichere und dauerhafte
Lesbarkeit von Daten gewinnt aufgrund der immer häufiger auftretenden
Datenverluste durch Viren oder Migration immer mehr an Bedeutung. Rund
alle drei Jahre wiederholt sich ein durch die Computerindustrie
erzeugter soft- und hardwaremäßiger Systemwechsel. Bei solchem
Umkopieren von Datenbeständen auf neue Datenträger in Verbindung mit
neuer Software, was als Migration bezeichnet wird, gehen Daten verloren.
Dieses Problem betrifft alle Computeranwender, vor allem aber solche,
die ihre Daten länger als 5 Jahre verfügbar halten müssen wie
Industrieunternehmen, Banken, Versicherungen, Krankenhäuser,
Verwaltungen, Bibliotheken, Museen usw.
Betrachtet man zusätzlich die Datenverluste durch Viren und durch
Industriesabotage so ergeben sich horrende Kosten für die
Datenwiederbeschaffung, die nachweislich mehrere 100 Millionen € pro
Jahr betragen - wenn man Glück hat, denn allzu oft gehen die Daten ganz
verloren.
Abb.: Luftgelagerte
Verschiebe und Positioniereinheit für das
Lasersystem.
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Da digitale Daten einem ständigen Migrationszwang unterworfen sind, kann
die Lösung nicht in der digitalen Langzeitarchivierung liegen. Wie das
Problem anderweitig gelöst werden kann, will ab Mitte 2003 ein
Firmenverbund am Markt beweisen. Für die Entwickler sieht die Lösung so
aus: Digitale Bearbeitung und Zwischenspeicherung von Daten jedweder Art
(z.B. Krankenberichte, Röntgenbilder, Thomographien, EKGs,
Versicherungsdokumente, Bankingdaten, Konstruktionszeichnungen,
Gewährleistungsbeschreibungen usw.) und analoge Ausbelichtung via
Ultrapräzisionslaser in rot, grün, blau (RGB) auf hochauflösende
Spezialfilme in S-W und Farbe und in Formaten von A6 bis Doppel A0. Pro
Filmeinheit werden bis zu 200 GByte gespeichert in Kassetten, die in
ihrer Größe einer VHS-Kassette gleich kommen. Diese Kassetten werden in
Hochraumarchivlagern aufbewahrt, können vollautomatisch herausgesucht
und mit Hilfe eines 8000 dpi Scanners wieder in digitale Daten
rückgewandelt werden. Da die Daten notfalls auch per Lupe oder Lesegerät
wiederbeschafft werden können, würden sie bei einem Totalausfall aller
Elektronik nicht verloren gehen.
Falls die Datensicherheit als Argument für eine Anschaffung des Systems
allein nicht ausreichen sollte, so rechnen die Entwickler vor, dass
spätestens ab dem 4ten Jahr die Gesamtkosten für die Archivierung (inkl.
Raummiete, Abschreibung des High-End-Lasersystems usw.) unter denen der
elektronischen Speicherung liegen, die durchschnittlich alle drei Jahre
zu immer wiederkehrenden Migrationsläufen und Hardwareinvestitionen
führt.
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