Bei Querschnittgelähmten ist eines der zentralen Therapieziele die möglichst
rasche Rollstuhlmobilisation. Dazu muss in der Frührehabilitation das
Kreislaufsystem stabilisiert werden. Für ein effektives Kreislauftraining wurde
vom Forschungslabor der Stiftung Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg in
Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik Balgrist in Zürich ein dynamisches
Stehbrett, der so genannte Reha-Stepper, entwickelt, das eine physiologische
Gangbewegung unter stufenloser Aufrichtung ermöglicht.
Zur Untersuchung der Therapiewirkung hinsichtlich der Stabilisierung des
kardiopulmonalen Systems erfolgt im Rahmen einer kontrollierten, prospektiven
Studie während der Therapie eine Erfassung von Kreislauf- und
Atmungsparametern, die u. a. mittels Impedanzkardiographie gemessen werden. Das
entsprechende Impedanzmessgerät stammt von der Fa. Klaus Degen Medizin Technik.
Die Technologien zur Körper-Impedanz-Messung wurden für Experimente während der
1997 geflogenen D2-Mission und auf der Raumstation MIR bezüglich der Verteilung
von Flüssigkeiten im menschlichen Körper unter Schwerelosigkeit und zur
Bestimmung von kardiovaskulären Parametern wie z. B. dem Herz-Zeit-Volumen
oder Blutdruck entwickelt. Körperflüssigkeiten haben eine höhere elektrische
Leitfähigkeit als Gewebe, wodurch mit steigendem Flüssigkeitsanteil der
elektrische Widerstand - Impedanz genannt - ab- und die Leitfähigkeit zunimmt.
Die Leitfähigkeit kann durch Wechselströme unterschiedlicher Frequenzen
gemessen werden.
Eine sehr genaue Frequenzauflösung, stabile Ströme und isolierte
Eingangsverstärker machen die Besonderheiten des Impedanzmessgeräts aus, das
nun eingesetzt wird, um einen hochwirksamen Therapieansatz und richtungweisende
Pflegetechniken und Therapiegeräte für die Kreislaufstabilisierung in der
Frührehabilitation von Querschnittgelähmten zu entwickeln.