Im Jahre 1993 wurden am Institut für Raufahrtsysteme (IRS) der
Universität Stuttgart erstmals keramische Gassensoren zur Messung der
Sauerstoffverteilung im Plasmawindkanal eingesetzt. Dort werden
Hitzeschutzmaterialien für wiedereintretende Raumfahrzeuge auf ihr
Verhalten unter extremsten Temperatur- und Strömungsbelastungen
getestet. Aus der Sauerstoffverteilung im Plasmafreistrahl lässt sich
die korrekte Position für Materialproben im Strahl bestimmen. Aus dieser
ersten Anwendung wurden die Sensoren für eine Vielzahl von
Weltraumexperimenten, z.B. an Bord der russischen Forschungskapsel IRDT
oder zukünftig auf der Internationalen Raumstation ISS,
weiterentwickelt.
Was als Entwicklung für die Raumfahrt begann, stieß ab 1998, nachdem die
Technologie im Rahmen der Technologie-Transfer-Initiative INTRA weiten
Anwenderkreisen in der Industrie vorgestellt wurde, auf sehr großes
Interesse hinsichtlich des Einsatzes der Gassensoren auch für irdische
Zwecke. Die enorme Resonanz auf ihre Technologie, die sich in einer
Fülle von Anfragen und etlichen Entwicklungsaufträgen zeigte,
veranlasste Anfang 2000 drei Mitarbeiter des IRS zusammen mit dem
damaligen Institutsleiter eine eigene Firma zur Vermarktung ihrer
Errungenschaften im Bereich der modernen Gasanalyse zu gründen, die
ESCUBE Space Sensor Systems GmbH. Angeboten werden seitdem hochwertige
Sensorsysteme für vielfältige und ständig zunehmende
Einsatzmöglichkeiten wie beispielsweise in der Vakuumtechnik, der
Medizintechnik, der Haushaltstechnik und der Umwelttechnik.
Besonders interessant macht die Sensorsysteme die durch den
Raumfahrteinsatz bedingte Miniaturisierung. Hierdurch wird vor allem die
Leistungsaufnahme der Sensorsysteme verringert. Diese Systeme
ermöglichen zeitlich hoch aufgelöste in-situ Messungen unterschiedlicher
Gaskonzentrationen auch in aggressiver, reduzierender und oxidierender
Umgebung. Innovative Fertigungsverfahren und der Einsatz hochwertiger
Materialien garantieren dem Kunden darüber hinaus höchste Qualität und
Robustheit.
Derzeit fokussiert sich die ESCUBE GmbH auf Innovationsvorhaben, welche
die Regelung von Kleinfeuerungsanlagen (CarboSen) und die
Sicherheitsüberwachung von Brennstoffzellen (HydroSen) betreffen.
Regelung von Kleinfeuerungsanlagen
Eine kontinuierliche Überwachung der Schadstoffemissionen, wie sie
beispielsweise in industriellen Großanlagen bereits umgesetzt wird,
erfolgt bei Kleinbrennern derzeit noch nicht. Grund hierfür ist, dass
eine wirtschaftlich sinnvolle Überwachung mit bislang am Markt
erhältlicher Sensorik nicht durchgeführt werden konnte. Mit dem
CarboSen-System ist dies wegen der Miniaturisierung und dem damit
verbundenen geringeren Leistungsbedarf möglich. Eine kontinuierliche
Bestimmung des optimalen Betriebszustandes mittels des CarboSen-Systems
garantiert einen optimalen Einsatz der Anlage, zu jeder Zeit, an jedem
Betriebspunkt und mit jedem beliebigen Brennstoff. Damit wird ein
wesentlicher Beitrag zum Umweltschutz geleistet.
Sicherheitsüberwachung von Brennstoffzellen
Brennstoffzellen werden mit Wasserstoff oder mit wasserstoffreichen
Gasen betrieben, die an der Brennstoffzellenmembran umgesetzt und
abgeführt werden. Um gefährliche Gaszusammensetzungen zu vermeiden und
Sicherheit zu garantieren, muss die Dichtheit der Peripherie der
Brennstoffzelle und die Brennstoffzelle selbst überwacht werden. In der
Öffentlichkeit ist bekannt, dass Wasserstoff explosive Gas-Luft-Gemische
bildet, und Unfälle wie die Challenger- oder Hindenburg-Katastrophe sind
in der Erinnerung sehr präsent. Mit dem HydroSen als Sicherheitssystem
kann hier ein wesentlicher Beitrag zur Akzeptanz der neuen
Wasserstofftechnologie geleistet werden. Der Einsatz des
HydroSen-Systems führt zur Steigerung der Zuverlässigkeit des
Brennstoffzellenbetriebs und sorgt für ein Mehr an Sicherheit für
Mensch, Umwelt und Maschine, was natürlich die Akzeptanz der
Brennstoffzellentechnologie steigern wird.
Nachdem in den ersten beiden Jahren der Unternehmensgeschichte die
technische Anpassung der Sensoren an die neuen Anwendungen im
Vordergrund stand, geht es jetzt um die breite Markteinführung der
ESCUBE-Produkte in den beschriebenen Marktsegmenten. CarboSen und
HydroSen werden ständig weiterentwickelt und verbessert. Aus weiteren
vermittelten Kooperationen und diesbezüglichen Projekten werden
zusätzliche innovative Produkte hervorgehen.