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Wissenschaftler von zwei Unternehmen in den neuen Bundesländern haben einen Beschichtungsprozeß entwickelt, mit dem Streulicht minimiert werden kann, und haben 1993 die Firma PTS in Jena gegründet. Mit ihrem einzigartigen Prozeß werden ohne Verwendung von Lack (Lack verstärkt die Streulichteffekte) optisch perfekte schwarze Oberflächen erzeugt. Diese Oberflächen sind dauerhaft, bieten stabile optische Eigenschaften und haben einheitliche Streulichtcharakteristiken. Die Beschichtung mit der Bezeichnung "Plasmocer®" wurde ursprünglich für Raumfahrtkameras entwickelt, die in europäischen und russischen Raumfahrtprojekten wie ASTRO 1-M, HRSC, SOHO und SILEX eingesetzt wurden.
Im Rahmen des SILEX-Projektes wird die ESA mit den mit Plasmocer® beschichteten Kameras in der Lage sein, zum erstenmal die Übertragung von Daten mit Laserlicht im Weltraum zu testen. Die verbesserte Bildqualität der beschichteten Kameras ermöglicht die optische Kommunikation zwischen Satelliten in geostationären und unteren Erdumlaufbahnen sowie einem ein Meter großen Spiegelteleskop, das als Bodenstation dient. Durch Überwindung der Streulichteffekte werden Satellitenkontrollstationen den Lichtstrahl präziser als je zuvor lenken und damit Energieverluste reduzieren können, was zu hohen Datenübertragungsgeschwindigkeiten bei niedrigem Stromverbrauch führen wird.
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Vom Weltraum zur Erde |
1994 hatte MST Aerospace die Firma PTS Jena und ihre Plasmocer® Technologie an die Firma Richard Wolf vermittelt. Richard Wolf ist Hersteller von Endoskopen, die in der Medizin und in der Industrie eingesetzt werden. Endoskope sind flexible Röhren mit einer Kamera und einer Lichtquelle an einem Ende, mit denen man in einen kleinen geschlossenen Raum sehen kann. Zur Übertragung von Bildern zu einem entfernt liegenden Punkt werden typischerweise Lichtwellenleiter benutzt. Bei medizinischen Einsätzen von Endoskopen werden die Kamera und das Lichtwellenleiterkabel durch eine Öffnung im Körper des Menschen geführt, so daß der Arzt ein Bild der inneren Organe - wie Speiseröhre, Magen und Dickdarm - erhält. Mit diesem Verfahren können Krankheitsbilder wie Tumore, Geschwüre und erweiterte Blutgefäße erkannt und diagnostiziert werden. Mit weiteren am Sondenende des Endoskops angebrachten Instrumenten kann der Arzt Diagnosen stellen und kleinere Eingriffe wie Biopsien durchführen. Zu diesem Zweck muß das Bild natürlich so präzise wie möglich sein.
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Abb.: Die mit Plasmocer® beschichtete hochauflösende Stereokamera (HRSC).
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Richard Wolf hatte nach einer Technologie gesucht, mit der es gelingen würde, mit ihren Endoskopen bessere Bilder zu erhalten, indem man die Bildverzerrung reduziert. Die Plasmocer®-Beschichtung schien vielversprechend zu sein. PTS Jena hat 1995 und 1996 Testbeschichtungen an Komponenten von Endoskopen durchgeführt. Diese Tests haben gezeigt, daß die Beschichtung die optische Qualität des Bildes erheblich verbessert durch die Reduzierung des Streulichts um ca. 20 Prozent. Daraufhin erhielt PTS Jena von Richard Wolf einen ersten Auftrag zur Beschichtung von 3000 Endoskopteilen. Weitere Aufträge dieser Firma folgten und es gelang PTS Jena diese Marktnische auszubauen und weitere Kunden für derartige Beschichtungsarbeiten zu gewinnen.

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