zurueck
  Autos wie eine
Raumstation modellieren

Simulation   Die SIMPACK-Software wurde bei der Konstruktion des ESA-Columbus-Moduls benutzt. Das Modul ist Bestandteil der Internationalen Raumstation (ISS).

Bei Raumfahrtprojekten wie dem Bau der internationalen Raumstation (ISS) ist es wichtig, daß der Erbauer - bevor das System tatsächlich montiert wird - versteht, wie die einzelnen Komponenten zusammengefügt werden und wie sie sich gegenseitig beeinflussen. Bewegungen und Vibrationen innerhalb und zwischen den separaten Modulen können die Stabilität der Struktur langfristig unterminieren, und es ist unerschwinglich teuer, die Probleme zu beseitigen, wenn die Komponenten erst einmal eingeführt und zusammen gebaut sind. Diese Vorsichtsmaßnahme stellt auch eine bewohnbarere und produktivere Umgebung für die Astronauten sicher, die schließlich an Bord der internationalen Raumstation leben müssen.

Die SIMPACK-Software war Ergebnis eines gemeinsamen Entwicklungsprojekts, das 1987 vom DLR und dem Unternehmen MAN Technologie durchgeführt wurde. Sie wurde bei der Entwicklung des Columbus-Moduls der ESA benutzt. Das Computerprogramm simuliert mechanische Systeme mit mehr als einem beweglichen Teil, wie die großen Konstruktionen und Plattformen bei Columbus und ISS, sowie kleinere mechanische Teile und Systeme. SIMPACK wurde benutzt, um das Gesamtsystem zu simulieren und um große und kleine Bewegungen wie Schwingungen in der Struktur der ISS zu analysieren. Dadurch war es den Konstrukteuren möglich, entsprechende Designänderungen vor der endgültigen Konstruktion des Columbus-Moduls vorzunehmen. Ein Hauptvorteil dieser Software ist, daß man mit ihr das Verhalten des Systems während aller Konstruktionsstadien und vor der Entwicklung eines Prototypen beurteilen kann. Das erspart den Firmen, die neue Produkte entwickeln, Zeit und Kosten.

 Ausgliederung einer Technologie und eines Unternehmens

Das DLR hat 1993 eine Firma, das Ingenieurbüro für neue Technologien (Intec), ausgegliedert, um SIMPACK in Märkte außerhalb der Raumfahrtdomäne einzuführen. Potentielle Kunden finden sich in allen Branchen, wo die rechnergestützte Überprüfung von komplexen Konstruktionen hinsichtlich Sicherheit und Zuverlässigkeit beachtliche Kostenreduktionen bietet. Darin sind LKW- und Schienentransport, Robotertechnik, Biomechanik sowie Maschinenbau eingeschlossen. SIMPACK hat aufgrund der Marketingaktivitäten im Rahmen der INTRA-Initiative und der Ausstellung der Software auf Technologiemessen die Aufmerksamkeit von Herstellern und Lieferanten von Automobilen und Schwertransportern wie BMW, DaimlerChrysler, Rover, MAN, Iveco, Bosch und Wabco auf sich gezogen. Diese Unternehmen nutzen SIMPACK jetzt zur Entwicklung von virtuellen Prototypen ganzer Fahrzeuge auf dem Computer, denn mit SIMPACK wird die Entwicklung neuer Konstruktionen unterstützt und beschleunigt.


Beispiele von Entwürfen mit SIMPACK
Abb.: Beispiele von Entwürfen mit SIMPACK.

Zwischen 1996 und 1999 hat Intec über 100 gewerbliche Lizenzen der Software ausgestellt. Man erwartet, daß der gesamte Simulationsmarkt jährlich um 25 Prozent ansteigt, woraus sich für das Unternehmen eine Jahreszuwachsrate von 40 Prozent ergeben könnte.

© Copyright 1997-2010 MST Aerospace GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Impressum