Technologieindex

* 089V - Nahbereichsbodenradar

Das Nahbereichsbodenradar (NRN) ist ein auf Mikrowellen basierendes Messsystem zur Erfassung von Objekten über ein Areal von z.B. jeweils 1 km Kantenlänge, bei gleichzeitig geringster Sendeleistung. Im Gegensatz zu den rotierenden Zentralradars, wie diese auf Flug- oder Schiffshäfen eingesetzt werden, beruht dieses neuartige System in der Grundausstattung auf vier nicht rotierenden und kompakten Radar-Stationen, die sich jeweils an den Eckpunkten des zu kontrollierenden Areals befinden. Diese vier Stationen stehen über Funk mit einem Computer in Verbindung. Die Stationen lassen sich so an die räumlichen Gegebenheiten anpassen und installieren, dass Abschattungseffekte vermieden werden und die räumliche Auflösung im gesamten Bereich konstant ist. Da keinerlei bewegliche Teile vorhanden sind, ist die Wartung deutlich vereinfacht und das System gegenüber einem Zentralradar erheblich preisgünstiger. Neben der Ortung können zudem die Objekte in bis zu zehn verschiedene Klassen mittels der Mikrowellenabbildung eingeordnet werden. Dadurch erhält man einen differenzierten Überblick über die Fahrzeuge, die sich momentan auf dem zu kontrollierenden Areal befinden und kann diese entsprechend zielgerichtet an die gewünschten Orte leiten. Schlechte Sicht, bedingt durch Nacht oder Nebel, stellen somit kein Problem mehr dar für die Optimierung der Verkehrsflussüberwachung und -steuerung. Zur Unterstützung wurde außerdem eine Objektverwaltung mit in die Auswertung aufgenommen. Bei diesem "nicht-kooperativen" Messverfahren besteht Unabhängigkeit von der technischen Ausstattung der zu kontrollierenden Verkehrsobjekte. Somit ist eine lückenlose Beobachtung gewährleistet. Wenn größere Bereiche erfasst werden müssen, kann das Nahbereichsbodenradar durch weitere NRN-Systeme problemlos zu einem Netzwerk erweitert werden. Dieses wird über einen Netzwerk-Rechner koordiniert, der bei Bedarf auch die Schnittstelle zur EDV-Anlage bildet. Für die Integration des NRN-Systems in eine Verkehrskontroll-Umgebung stehen Fachleute zur Verfügung.

Technische Spezifikationen des Grundsystems:
  • Größe Areal: bis zu 1 x 1 km²
  • Genauigkeit der Ortsbestimmung: 2 bis 6 m, je nach Objektgröße
  • max. Objektgeschwindigkeit: 100 km/h
  • Genauigkeit der Objektgeschwindigkeit: ± 5 %
  • Anzahl der Objekte: bis zu 100
  • Anzahl Objektklassen: bis zu 10
  • min. Abstand der Station zum Messobjekt: 80 m
  • Empfindlichkeit: 1 m² Rückstreuquerschnitt in 1 km Entfernung
  • Sendefrequenz: X-Band (9,05 GHz)
  • Bandbreite: 140 MHz
  • Sendeleistung: < 5 Watt (Peak-Leistung)
  • Größe der NRN-Station:
    1 Sendeantenne mit 50 x 30 x 10 cm³
    2 Empfangsantennen mit je 50 x 40 x 7 cm³
    1 Elektronikbox mit 65 x 55 x 75 cm³
  • Aufstellhöhe der Antennen: 2,50 - 5,0 m
  • Leistungsaufnahme pro Station: max. 1,4 kW; 230 V
  • Datenverbindung zwischen Stationen: Funk über Radar-Antennen
  • Datenverbindung des Systems mit Netzwerk-Rechner: Funk oder Glasfaser
  • Schnittstellenprotokoll: Ethernet (TCP/IP)
  • Datenübergaberate: 1 Report pro Sekunde.

Nahbereichsbodenradar.

Abb.: Nahbereichsbodenradar.


Mögliches Einsatzszenario des Nahbereichsbodenradars auf einem Flugplatz.

Abb.: Mögliches Einsatzszenario des Nahbereichsbodenradars auf einem Flugplatz.

 Innovative Aspekte

Die vorgestellte Technologie zeichnet sich besonders durch die folgenden Merkmale aus:
  • nichtkooperatives Messverfahren
  • genaue Positionsbestimmung
  • Geschwindigkeitsermittlung
  • Objektverfolgung
  • Verkehrssteuerung/-überwachung auch bei schlechter Sicht
  • Optimierung des Verkehrsflusses und der Sicherheit
  • Kapazitätserhöhung von Flug- und Seehäfen.

 Anwendungspotenzial

Das Radar kann überall dort eingesetzt werden, wo Verkehrsobjekte überwacht, kontrolliert und koordiniert werden sollen.

 Art der Zusammenarbeit

Interesse besteht am Produktverkauf sowie an Auftragsentwicklung, insbesondere bzgl. der Anpassung der Technologie an Nutzeranforderungen.

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